Kinderferienprogramm 2010: Spannende Dorfrallye und Besuch im Heimatmuseum

Im nachgebauten Schulzimmer mit den alten Bänken und Tischen fühlten sich die Kinder von heute sichtlich wohl. Helmut Krautmann (rechts) führte in die Aufgabenstellungen bei der Dorfrallye ein. Foto: Schott

Den eigenen Ort und seine Geschichte näher kennenzulernen, ist eine spannende Sache. Das erlebten jetzt die Teilnehmer am Kämpfelbacher Kinderferienprogramm. Eingeladen vom Verein Heimatpflege und Kultur Kämpfelbach erlebten die Acht- bis Zwölfjährigen einen interessanten Tag im Heimatmuseum, mit einer historischen Dorfrallye durch Ersingen als Krönung. Maria Schweinberger, Walter Fuchs, Helmut Krautmann und Harald Wolf vom Verein Heimatpflege und Kultur betreuten die Kinder.

Spaß hatten die jungen Kämpfelbacher gleich von Anfang an. Und das, obwohl sie zunächst mitten in den Ferien „die Schulbank drücken“ mussten. Denn Treffpunkt war das alte Klassenzimmer im Heimatmuseum im Bürgerhaus, bei dem die Kinder die uralten Tische und Schulbänke ausprobieren durften. „Die alten Bänke sind toll“, fanden Luis (10 Jahre) und Celine (12 Jahre), da kann man sich so richtig schön zurücklehnen.“ Fast anderthalb Jahrhunderte, von 1827 bis zur Einweihung der heutigen Kirchbergschule 1965, war die Ersinger Schule im Bürgerhaus untergebracht, erfuhren die Kinder. Eine gesuchte Jahreszahl fand sich bereits im Heimatmuseum selbst. Der Balken eines alten Handwerkerhauses aus dem Jahr 1744 wurde in die Küfer-Werkstatt im Obergeschoss eingebaut, die die Kinder inspizieren durften. Mit im Bild ist der Vorsitzende des Heimatvereins, Harald Wolf. Foto: SchottStatt in Hefte, wurde früher mit Kreide auf kleine Tafeln geschrieben, und zwar recht verschnörkelt, verglichen mit der heutigen Schrift, erläuterte Helmut Krautmann und gab Beispiele für das Entziffern alter Wörter und Zahlen. Das war wichtig für die anschließende historische Dorfrallye, die zu geschichtlich bedeutsamen Gebäuden und Stellen in Ersingen führte und auch sonst viel Interessantes über den Ort vermittelte. Denn in den Fragebogen, den die Kinder mit auf den Weg bekamen, waren Zahlen gefragt. Vor allem Jahreszahlen, wie sie an den alten Gebäuden häufig zu finden sind. „Da ist beispielsweise über dem Hauseingang in Stein gemeißelt, wann und von wem ein Haus erbaut wurde“, sagt Harald Wolf, „oder in welchem Jahr ein bedeutendes Ereignis war.“ Eine Station war der Wasserhochbehälter am Kirchberg. Dort findet sich die Jahreszahl 1909. „Seit diesem Jahr gibt es bei uns im Ort fließendes Wasser im Haus“, erläutert Walter Fuchs. Keine Jahreszahl, wohl aber eine Höhenangabe findet sich am Bahnhof. „236 Meter“, so hoch liegt Ersingen über dem Meeresspiegel. An schlimme Zeiten erinnert der Gedenkstein am Turm der katholischen Kirche: 1945. „Damals haben französische Truppen vom Ameisenberg aus eine Panzergranate abgeschossen, die in den Kirchturm eingeschlagen ist“, weiß Maria Schweinberger. Zwei große Mühlräder unter riesigen Linden stehen vor der Hofeinfahrt der „Oberen Mühle“ in der Langen Straße, die 1621 am Kämpfelbach erbaut wurde. Deren Mehl ging wohl auch zur ehemaligen Bäckerei in der Schlossgasse, wo seit der Erbauung 1730 ein Dambedei, ein Weck und eine Bretzel den Türsturz zieren. Und weil an manchen der bei der Dorfrallye gesuchten Gebäude gleich mehrere wichtige Daten vermerkt sind, bekamen die Kinder als Hilfestellung die Quersumme der richtigen Jahreszahl mit auf den Weg.

Text und Fotos: Schott