Handwerk zum Leben erweckt: Sonderausstellungen im Kämpfelbacher Heimatmuseum

Auch mehr als ein Jahrzehnt nach seiner Eröffnung hat das Kämpfelbacher Heimatmuseum im Ersinger Bürgerhaus nichts von seiner Attraktivität eingebüßt. Das unterstrich der Tag der offenen Tür in der vom Verein „Heimatpflege und Kultur Kämpfelbach“ betriebenen Einrichtung, der viele Besucher anzog. Gerne wurde auch die Gelegenheit genutzt, sich bei einem großen Rundgang durch das zwei Stockwerke des Bürgerhauses umfassende Museum vom kundigen Führer Helmut Krautmann die Gesamtheit des Gezeigten erläutern zu lassen.

„Viel Arbeit investieren unsere engagierten Vereinsmitglieder darauf, das Museum durch immer neue Schwerpunktsetzungen in Gestalt von Sonderausstellungen abwechslungsreich und offen zu halten“, erklärt Kevin Jost, der Vorsitzende des Heimatvereins, die Zielsetzung. Ein Blickfang, wenngleich aus kleinsten Elementen bestehend, ist die neue Sonderausstellung in der Reihe „Unser Nachbar sammelt“. 300 Fingerhüte aus der Sammlung von Helga Krautmann sind ein Augenschmaus en miniature. Fingerhüte aus allen Weltgegenden von Spitzbergen bis Südafrika, solche aus Zinn, aus Gold oder aus Holz sind dabei.

Viel jüngeren Datums, aber ebenfalls bereits „klassisch“, ist die zweite neue Sonderschau, die den guten Stücken „Aus Omas Haushalt“ gewidmet ist. Noch vor wenigen Jahrzehnten hatte das „Sonntagsgeschirr“ für Fest- und Feiertage keine geringe soziale Bedeutung. Exemplarisch wird dies im Heimatmuseum an den Gattungen „Kaffeekanne“ und „Sauciere“ gezeigt.

Besondere Wertschätzung genießt das Museum auch wegen seiner mehreren komplett eingerichteten Handwerker-Werkstätten. Dass diese nicht nur interessant anzusehen sind, sondern auch voll funktionstüchtig, bewies Jürgen Reiling in der Drechslerwerkstatt.

Text und Foto: Martin Schott